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PRESSEMITTEILUNG Stadt Salzkotten zeichnet Menschen aus, die Heimat und Kultur lebendig halten

15. Okt 2026

PRESSEMITTEILUNG  Stadt Salzkotten zeichnet Menschen aus, die Heimat und Kultur lebendig halten

Heimat entsteht dort, wo Menschen Geschichte bewahren, sich für andere einsetzen und Ideen in die Tat umsetzen. Wie vielfältig dieses Engagement sein kann, zeigte die Verleihung der Heimat- und Kulturpreise 2026 in der Mensa des Schulzentrums. Die Stadt Salzkotten ehrte Franz Steffensmeier aus Mantinghausen, den Verein zur Förderung des Baues und der Unterhaltung des Altenwohnheimes Salzkotten e. V. sowie das Deutsche Polizeimuseum e. V.

Bürgermeister Ulrich Berger betonte in seiner Begrüßung, dass Heimat weit mehr sei als ein geografischer Ort oder die Erinnerung an vergangene Zeiten. Sie werde von Menschen geprägt, die Verantwortung übernähmen, Gemeinschaft stärkten und sich für andere engagierten. „Heimat entsteht durch Menschen, die etwas bewegen“, fasste Berger diesen Gedanken zusammen. Auch René Scherf, Vorsitzender des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses, hob hervor, wie Heimat und Kultur Generationen miteinander verbänden und Werte für die Zukunft bewahrten.

Den Heimat-Preis erhielt Franz Steffensmeier für seinen jahrzehntelangen Einsatz für Mantinghausen. Wie Laudator Ralf Hengsbach, Stadtheimatpfleger von Salzkotten sowie Ortsheimatpfleger von Mantinghausen, hervorhob, hat Steffensmeier die Ortsgeschichte auf vielfältige Weise bewahrt. Der landwirtschaftliche Betrieb seiner Familie lässt sich mehr als 400 Jahre zurückverfolgen. Steffensmeier selbst war bis zu seinem 84. Lebensjahr in der Landwirtschaft tätig.

Darüber hinaus engagierte er sich für das Heimathaus und die Heimatstube, die Feier zum 700-jährigen Bestehen des Dorfes sowie die Rettung und Restaurierung eines historischen Prozessionskreuzes. Auch an den Büchern „Unser Lippedorf Mantinghausen“ und „Mantinghausen in Bildern und Gedichten“ wirkte er mit. Zudem half er dabei, Gedichte von Katharina Remmert für kommende Generationen zu erhalten.

Sein Engagement ist auch im Ortsbild sichtbar. Steffensmeier ließ die Antoniuskapelle errichten und gestaltete mit zwölf Stationen und Informationstafeln einen historischen Rundgang durch Mantinghausen. Auch für den Erhalt eines Wehres, das 2024 im Zuge der Lippe-Renaturierung entfernt wurde, setzte er sich ein, sodass dieses in verkleinerter Form im Bereich Lippestraße und Holtwiesenweg mit Originalsteinen rekonstruiert wird. Bei seinem langjährigen Einsatz wurde Steffensmeier mehr als 50 Jahre von seiner Frau Gerlinde unterstützt.

Ein weiterer Heimat-Preis ging an den Verein zur Förderung des Baues und der Unterhaltung des Altenwohnheimes Salzkotten e. V. Er setzt sich seit fast sechs Jahrzehnten für bezahlbaren Wohnraum für ältere, alleinstehende und sozial benachteiligte Menschen ein. Die Idee entstand 1966 bei einem Besuch von Weihbischof Dr. Paul Nordhues in Salzkotten. Er regte die St.-Johannes-Schützenbruderschaft dazu an, Wohnraum für Menschen zu schaffen, die Unterstützung benötigten. Oberst Felix Klingenthal griff den Gedanken auf und verband ihn mit dem Schützenleitspruch „Glaube, Sitte, Heimat“. Im Februar 1967 wurde der gemeinnützige Verein gegründet. Bereits im April folgte der Bauantrag für das erste Wohnhaus am Luisenweg.

In seiner Laudatio würdigte Pfarrer Martin Beisler, Präses der St.-Johannes-Schützenbruderschaft, insbesondere die Beständigkeit des Vereins. Eine gute Idee auf den Weg zu bringen, sei das eine. Sie über Jahrzehnte weiterzuführen und auf neue Bedürfnisse zu reagieren, erfordere dauerhaften Einsatz. Die Vereinsarbeit wird vollständig ehrenamtlich geleistet. Zu den jüngeren Projekten zählen das 2025 eingeweihte Hans-und-Thea-Diermann-Haus sowie die derzeitige Renovierung des Hauses an der Kokelake. Beisler bezeichnete das Engagement als gelebte Nächstenliebe, da es Menschen ganz konkret ein bezahlbares Zuhause ermögliche. Der Vereinsvorsitzende Conrad Möller nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.

Mit dem Kulturpreis zeichnete die Stadt das Deutsche Polizeimuseum e. V. aus. Der Verein sammelt und bewahrt historische Zeugnisse und macht die Entwicklung der Polizeiarbeit für die Öffentlichkeit erlebbar. Die Ausstellung vermittelt geschichtliche Zusammenhänge und trägt dazu bei, Wissen für kommende Generationen zu erhalten.

Landtagsabgeordneter Bernhard Hoppe-Biermeyer hob in seiner Laudatio besonders das Herzblut hervor, mit dem die Verantwortlichen das Museum aufgebaut haben und bis heute betreiben. Hinter der Sammlung stehen viel Arbeit, Fachwissen und Leidenschaft.

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul konnte sich bei einem kürzlichen Besuch persönlich davon überzeugen, wie viel Einsatz hinter dem Museum und seiner Sammlung stehen. Die Ausstellung macht Polizeigeschichte erlebbar und sensibilisiert für die Bedeutung der Polizeiarbeit für Demokratie, Schutz und Sicherheit.

Für den Verein nahmen Vorsitzender Oliver Topp und Ehrenvorsitzender Felix Hoffmann den Preis entgegen. Hoffmann hat die Entwicklung des Museums gemeinsam mit dem Team maßgeblich geprägt. Im Anschluss an die Preisverleihung trugen sich beide in das Goldene Buch der Stadt Salzkotten ein.

Bürgermeister Ulrich Berger dankte den Preisträgern abschließend für ihren langjährigen Einsatz für Salzkotten und seine Ortsteile. Die ausgezeichneten Initiativen stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und trügen dazu bei, Heimat und Kultur für kommende Generationen lebendig zu halten.

v.l.n.r. Volker Hildesheim, Oliver Topp, Ulrich Berger, Felix Hoffmann, Bernhard Hoppe-Biermeyer, René Scherf

v.l.n.r. Volker Hildesheim, Oliver Topp, Ulrich Berger, Felix Hoffmann, Bernhard Hoppe-Biermeyer, René Scherf

v.l.n.r. Bernhard Hoppe-Biermeyer, Ulrich Berger, Franz Steffensmeier, Gerlinde Steffensmeier, René Scherf, Ralf Hengsbach

v.l.n.r. Bernhard Hoppe-Biermeyer, Ulrich Berger, Franz Steffensmeier, Gerlinde Steffensmeier, René Scherf, Ralf Hengsbach

v.ln.r. Christian Berg, Pfarrer Martin Beisler, Bernhard Hoppe Biermeyer, Ulrich Berger, Conrad Möller, Michael Kohlenberg, Christian Schaub, Ulrich Flottmeier, René Scherf

v.ln.r. Christian Berg, Pfarrer Martin Beisler, Bernhard Hoppe Biermeyer, Ulrich Berger, Conrad Möller, Michael Kohlenberg, Christian Schaub, Ulrich Flottmeier, René Scherf