3 Jahre 1-Euro-Ticket: Städte ziehen Bilanz
10. Mär 2026

Seit dem 1. Januar 2023 läuft das gemeinsame Pilotprojekt „1-Euro-Ticket“ in den Stadtgebieten Salzkotten und Delbrück. Nach nunmehr drei Jahren ziehen beide Kommunen eine durchweg positive Bilanz: Die Nachfrage nach ÖPNV-Tickets ist gegenüber 2022 um ca. 73 Prozent gestiegen.
Zahlen, die für sich sprechen
Bis Ende 2025 wurden allein in Salzkotten rund 40.000 1-Euro-Tickets verkauft. Das entspricht durchschnittlich etwa 1.100 Fahrgästen pro Monat, die sich bewusst für eine nachhaltige Alternative zum PKW entschieden haben. Auch die Einführung des Deutschlandtickets zum 1. Mai 2023 hatte keinen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach dem 1-Euro-Ticket.
Rechnerisch konnten durch die rund 40.000 Fahrten bei einer angenommenen durchschnittlichen Weglänge von fünf Kilometern mit Hin- und Rückfahrt etwa 400.000 PKW-Kilometer vermieden werden. Bei einem durchschnittlichen CO₂-Ausstoß von 175 Gramm pro Kilometer entspricht dies einer Einsparung von rund 70 Tonnen CO₂. „Das zeigt uns, welches Potenzial im öffentlichen Nahverkehr steckt“, betont Bürgermeister Ulrich Berger.
Auch in Delbrück stößt das 1-Euro-Ticket auf große Resonanz. Bürgermeister Johannes Lindhauer: „In den letzten beiden Jahren haben jeweils über 30.000 Personen das 1 Euro-Ticket in Delbrück genutzt., somit ist jeder Delbrücker einmal im Jahr damit gefahren. Es zeigt, was das 1 Euro-Ticket für eine Bedeutung für den innerstädtischen ÖPNV in Delbrück hat und gar nicht weg zu denken ist. Durch die angestrebten Veränderungen bei der Neuausschreibung des Linienbündel 1 wird die Attraktivität der 1-Euro-Tickets noch steigen und gerade für die Delbrücker Bevölkerung eine Alternative zum PKW sein. Daher wäre die Fortschreibung der Projektes 1 Euro-Tickets für zwei weitere Jahre ein Gewinn für den ÖPNV und den Klimaschutz.“
Positive Zwischenbilanz: 1-Euro-Ticket soll langfristig fortgeführt werden
Das gemeinsame 1-Euro-Ticket der Städte stößt weiterhin auf große Nachfrage. Aufgrund der positiven Zwischenbilanz haben beide Städte beschlossen, das Pilotprojekt zunächst bis Ende 2026 fortzuführen. Ziel ist es, das erfolgreiche Angebot auch darüber hinaus weiterzuführen.
Das 1-Euro-Ticket ist in Bus und Bahn sowie digital über verschiedene Mobilitäts-Apps erhältlich. Eine Übersicht der verfügbaren Apps ist unter www.fahr-mit.de zu finden. Das Ticket gilt für Fahrten innerhalb des jeweiligen Stadtgebiets sowie für die Zugverbindung zwischen Scharmede und Salzkotten. Fahrten zwischen den Stadtgebieten Salzkotten und Delbrück sind tariflich ausgeschlossen.
Erfolgsmodell mit Signalwirkung
„Das 1-Euro-Ticket hat sich als niederschwelliges, alltagstaugliches Angebot bewährt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende auf kommunaler Ebene“, betont Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger. Ziel bleibt es, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern einen einfachen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen und gleichzeitig nachhaltige Mobilität zu fördern.
Dass das Projekt auch über die Stadtgrenzen hinaus Wirkung entfaltet, zeigt die positive Resonanz in der Region: So hat die Stadt Bad Lippspringe das 1-Euro-Ticket nach dem Vorbild von Salzkotten und Delbrück im August 2025 ebenfalls eingeführt. Diese Streuwirkung unterstreicht den Modellcharakter des Projekts und macht deutlich, dass kommunale Zusammenarbeit ein wirksamer Impulsgeber für zukunftsfähige Mobilitätsangebote sein kann.
Bildzeile (Stadt Salzkotten): Beide Städte blicken zuversichtlich den diesjährigen Verkaufszahlen entgegen: (v. l.) Bernd Schulze-Waltrup (vph), Manuel Tegethoff (Stadt Delbrück), Marcus Klugmann (NVH), Sam Seyfzadeh (Stadt Salzkotten), Bürgermeister Johannes Lindhauer (Stadt Delbrück), Bürgermeister Ulrich Berger (Stadt Salzkotten) und Martin Westermeier (Stadt Salzkotten)