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Frauenpower in Männerdomäne

Frauenpower in Männerdomäne

Besuch im Unternehmen Friedhelm Gees (v.l.): Bürgermeister Michael Dreier, Ingo Arlt-Gees, Britta Gees, Maria Gees und Ulrich Berger.

Bagger und Lastwagen sind nicht nur für Männer da

Der Chef der Baggerfirma ist eine Frau, den Abbruch macht die Baggerfahrerin. Zukunftsmusik oder „Girls -Day"? - Alltag bei der Firma Friedhelm Gees in Salzkotten.

Wer bei der Firma Friedhelm Gees anruft und Informationen über Materiallieferungen oder Baggerarbeiten benötigt, bekommt oft qualifizierte Auskunft von der Chefin, Maria Gees, persönlich. Bis dahin nichts außergewöhnliches, doch in dieser Firma steht kein Mann dahinter, der die Anweisungen gibt. Seit dem Tod von Friedhelm Gees 2001 ist Maria Gees die Geschäftsführerin, die ihre jahrelang gesammelte Erfahrung den Kunden so weitergibt, dass die Frage nach„dem" Chef gar nicht erst aufkommt.

Grund genug für Bürgermeister Michael Dreier und seinen Stellvertreter Ulrich Berger der Firma einen Besuch abzustatten und sich über die Arbeit zu erkundigen.

„Ich weiß, dass ich mich voll auf meine Mitarbeiter verlassen kann. Wir sind ein Super-Team" so Maria Gees. Und zu diesem Team gehören zehn Männer und eine Frau. Alles erfahrene Bagger- und LKW-Fahrer und Fahrerin, die nach dem Vorbild des Firmengründers ihr Handwerk verstehen.

„Friedhelm Gees war nicht nur ein Baggerfahrer - er war ein Baggerkünstler" sagen die Kunden auch noch Jahre nach seinem Tod voller Bewunderung. Große Fußstapfen, in die hereinzuwachsen, das oberste Ziel von Britta Gees und Ingo Arlt-Gees ist. Dabei war die Arbeit erst einmal aufzuteilen. Die Schreibtischarbeit ist zum größten Teil auf Maria Gees abgefallen, die Abbrucharbeiten führt Britta Gees aus.

Um diese beneiden viele Männer die kleine Frau, doch wer jetzt glaubt, man könne bei dieser Tätigkeit Frust abbauen und einfach drauf loshauen, der irrt gewaltig. „Es ist eher wie Mikado für große. Wenn man einen falschen Handgriff tätigt, fällt das Haus in die verkehrte Richtung und es kann katastrophale Auswirkungen nach sich ziehen", warnt Britta Gees vor allzu leichter Nachahmung.

Die technischen Aufgaben übernimmt der Dipl. - Ing. Ingo Arlt-Gees. Dabei kümmert er sich um Baustellen genau so wie um das eigene Kieswerk: „Wir produzieren Kies und Sand, recyceln die Abbruchabfälle zu RC-Schotter, den man wieder in Einfahrten und für befestigte Flächen verwenden kann, liefern Mutterboden, Schotter, Splitt und viele andere Materialien für die Baustelle und den Garten". Gerade jetzt im Frühling sind die Mitarbeiter auch gern bereit, Überstunden zu leisten, um alle Kunden zu bedienen und zwar treu nach ihrem Motto: Schnell! Pünktlich! Zuverlässig!

Da in der heutigen Zeit aber auch Flexibilität eine große Rolle spielt, wird die Produktpalette der Firma ständig erweitert. Seit einem Jahr gehört ein Containerfahrzeug zur Flotte und ergänzt damit die vielfältigen Liefermöglichkeiten. Für Asbestentsorgung und Baustellensicherung sind die erforderlichen Nachweise erbracht worden. Diese werden seit Kurzem mit angeboten. Bei Baggerarbeiten aller Art, wie Fundament- und Ausschachtungen, Verfüllungen, Vorbereitungen für die Gartengestaltung und natürlich bei Abbrüchen kommt den Mitarbeitern die jahrelange Erfahrung und der vielfältige Maschinenpark zugute. Insgesamt stehen 10 Bagger zur Verfügung, von 3,5 bis 20 Tonnen mit diversen Anbaugeräten von Meißel über Abbruchgreifer bis zum Betonpulverisierer. Somit wird gewährleistet, dass immer das richtige Fahrzeug zum Einsatz kommt.

Baustellenbesichtigungen vor Ort sind dafür unerlässlich und es ist nichts außergewöhnliches, diese am Wochenende abzuarbeiten. Ein Service, der immer wichtiger und gern angenommen wird.

Der Firma Friedhelm Gees ist hiermit der Spagat zwischen alteingesessenem Traditionsbetrieb und innovativem Unternehmen mit jungen Nachfolgern gelungen und der Weg in die nächste Generation wird problemlos vorbereitet.

Bürgermeister Michael Dreier zeigte sich beeindruckt von der Vielfältigkeit des Unternehmens: „Es ist schön, zu sehen, wenn die Unternehmensnachfolge so ideal geregelt ist und sich Frauen in vermeintlichen Männerdomänen so professionell behaupten."











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