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Geschichte
Geschichte
Aus der Stadtgeschichte
Das historische Wappen der Sälzer zeigt im Sinne ihres Wahlspruchs „Unita durant“ einen Händedruck, den wir heute noch an dem Sälzeraltar der St.-Johannes-Pfarrkirche, an der Sälzerinnungsfackel und an der Stirnseite des Brunnenhäuschens auf dem Marktplatz sehen können.
Die Salzgewinnung war während des ganzen Mittelalters ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens der Stadt und mit besonderen Rechten verbunden. Erstmalig erwähnt werden die Salzwerke 1160, als das Kloster Hardehausen drei Häuser zum Salzsieden in „Saltcoten“ zugesprochen bekommt.
In der Folgezeit kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Zum Schutze der Westgrenze des Bistums Paderborn zwingt Bischof Simon I. zur Lippe die Bewohner der umliegenden Dörfer, sich an den Salzquellen anzusiedeln. Aus Bauern wurden Bürger, und diese bildeten mit den Sälzern die Bewohner der neu entstandenen Stadt. Die Stadtrechte wurden Salzkotten 1247 erteilt.
Die ehemalige Siedlung Vielsen, durch den Vielser Hof, den Vielser Bach und die Vielser Straße in Erinnerung gehalten, wird 1216 als Pfarrei genannt, bestand aber mit Sicherheit schon früher. Die Pfarrei umfasste den Bereich zwischen Upsprunge, Verne und der Dreckburg. Die neu gegründete Stadt berührte im Westen die Heder mit ihren zahlreichen Nebenbächen, die das Wasser den Doppelgräben ringsum zuführen und umfasst die Salzquelle "Up den Küten" mit den Salz-Kotten, die der Stadt den Namen gaben. Ein bedeutendes Naturdenkmal ist der Quellhügel, der sich über Jahrtausende durch mineralische Ablagerungen der Sole bis zu einer Höhe von 4 Metern aufgebaut hat.
Die Kirche St. Johannes ist seit über 730 Jahren in ihrer ausgewogenen Bauform einer romanisch-frühgotisch-westfälischen Hallenkirche Mittelpunkt von Salzkotten.
Acht Jahre nach der Stadtgründung wird in einem Streit Bischof Simon von Paderborn durch den Erzbischof von Köln besiegt und gefangen genommen. Ein Jahr später freigelassen, muss er sich 1256 einem Vertrag unterwerfen, der Salzkotten von 1256 - 1294 unter gemeinsame Herrschaft des Kölner Erzbischofs und des Paderborner Bischofs stellte und die Schleifung der Burg Vielsen verlangte.
Bei dem großen, fast die gesamte Stadt vernichtenden Brand von 1340 geht die Stadtrechtsurkunde verloren. Bischof Bernhard von Paderborn erneuert daher das Stadt- und Bürgerrecht. In der Stadt ließen sich in der Folgezeit auch Handwerker und Kaufleute nieder. Zum Schutz der Stadt und des Bistums siedelte der Bischof innerhalb der Stadtmauern Burgmannen aus dem niederen Adel an, die er mit Sonderrechten bedachte. Diese führten die Schützen an, die Stadt und Land zu verteidigen hatten. Nach dem Aufstieg des Bürgertums verloren sie nach und nach an Bedeutung und zogen sich aus der Stadt zurück.
Das reichste und bedeutendste Burgmannsgeschlecht war das der Herren von Krewet. Die Familie führte einen Krebs im Wappen. Ihr Wohnsitz lag zwischen der Hauptstraße und der nördlichen Stadtmauer, an dem heute noch „Freiheit“ genannten Platz, was auf die Sonderrechte dieses Burgmannes hinweist.
Einen großen Rückschlag erlitt die Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Das furchtbare Unheil brach 1633 über die Stadt herein. Matthäus Merian schreibt in seiner „Topographia Westphaliae“ Jahre später: „Ein Städtlein, welches anno 1633 im Decembri der von Knipphausen samt den Hessischen mit Sturm erobert und allda übel gehauset ist auch das Städtlein bis auf wenig Häuser und die Salzhütten abgebrandt worde“. An die Erstürmung der Stadt Salzkotten erinnert bis heute das Glockengeläut am Vorabend des 22. Dezember (“Thomasnacht”).
Erstaunlich schnell erholte sich die Stadt, und über den Salzhandel erfolgte ein rascher wirtschaftlicher Aufstieg. Davon zeugen mehrere stattliche Fachwerkhäuser, die kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg gebaut wurden. Das Stadtsiegel von 1634 zeigt erstmals das „Dreiblatt als Wappen mit dem Heiligen Johannes“, vorher den Bischof von Paderborn als Landesherrn. Das Stadtwappen zeigt seither das Dreiblatt.
Den Höchststand erreichte der Salzhandel im 19. Jahrhundert durch technische Verbesserungen, die Philipp Korte, Pfarrer in Salzkotten von 1758-1803, nach einer Studienreise durch das Salzkammergut einführte. Schon bald danach kommt das billige Steinsalz auf den Markt.
Der Bau der Eisenbahnstrecke (1850) begünstigte den allgemeinen Handel und die Entwicklung der industriellen Unternehmen. So wird schließlich 1908 die Salzgewinnung in Salzkotten eingestellt. 1919 bis 1921 werden die fast 600 Meter langen Gradierwerke vollständig abgerissen.
Die beiden großen Weltkriege 1914/1918 und 1939/1945 gingen nicht spurlos an der Stadt vorüber. Nach 1945 galt es zunächst, die Folgen des Krieges zu überwinden. Die Wirtschaft erholte sich. In Salzkotten entstanden neue Industrieunternehmen, vorhandene vergrößerten sich und steigerten ihre Produktion. Ein erhöhter Bedarf an Arbeitskräften und die Aufnahme von Flüchtlingen führten zu einem raschen Anwachsen der Einwohnerzahl. Es entstanden neue Siedlungen am Stadtrand.
An die alten Zeiten erinnern neben der oben erwähnten Pfarrkirche noch Fachwerkhäuser aus vergangenen Jahrhunderten, Wehrtürme und Reste der Stadtmauer. Die Salzproduktion im 18. und 19. Jahrhundert wird heute wieder durch den Neubau eines rekonstruierten, 50 Meter langen Gradierwerkes erlebbar.
Das Brunnenhäuschen auf dem geologisch bemerkenswerten Sinterhügel
des Marktplatzes ist eines der Wahrzeichen der Sälzerstadt.
Durch die kommunale Gebietsreform entstand 1975 die neue Stadt Salzkotten. Es erfolgte ein Zusammenschluss der früheren amtsangehörigen Stadt Salzkotten und der Gemeinden Mantinghausen, Niederntudorf, Oberntudorf, Scharmede, Schwelle, Thüle, Upsprunge, Verlar und Verne.

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