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Aktueller Standpunkt von Bürgermeister Michael Dreier - Besuch der Nachfahren der Familie Meyer

Aktueller Standpunkt von Bürgermeister Michael Dreier - Besuch der Nachfahren der Familie Meyer

Bürgermeister Dreier
Am 20. April 1936 wird in Salzkotten Helga Meyer als letztes in Salzkotten zur Welt kommendes jüdisches Baby geboren. Sie lebte drei Jahre gemeinsam mit ihren Eltern Leo und Johanna Meyer in der Klingelstraße in Salzkotten. Im Juni 1939 flohen Johanna und Helga Meyer nach England. Leo Meyer war bereits in das KZ Buchenwald deportiert worden. Ihm gelang es aber, auszureisen und zu seiner Familie nach England zu kommen.

Helga Meyer besuchte nun gemeinsam mit ihrer Schwester Nanette und deren Familien Salzkotten.

Die Familie besuchte Deutschland, um an der Verlegung der Stolpersteine in Darfeld, dem Geburtsort von Johanna Meyer (geb. Humberg), teilzunehmen. Nach der Verlegung reisten sie nach Salzkotten und besuchten den Heimatort sowie das Geburtshaus von Helga Meyer.

Ich begrüßte gemeinsam mit Elisabeth Kloke-Kemper, der Vorsitzenden vom Verein Judentum in Salzkotten e.V., die Familie. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch Salzkotten kehrten wir mit Helga Lee geb. Meyer und Nanette Woodings geb. Meyer in das Café Hölter ein.

Ich bin sehr froh, dass sich Helga Lee gemeinsam mit ihrer Schwester Nanette auf den Weg nach Salzkotten gemacht hat, um ihren Geburtsort zu besuchen. Es war ein sehr bewegender Moment für mich, die Familie in Salzkotten begrüßen zu dürfen.

Die Eltern der Schwestern, Leo und Johanna Meyer, haben mit ihrer Flucht nach England 1939 ihr Überleben gesichert. Die Eltern von Johanna Meyer, Adolf und Julie Humberg, lebten bis 1942 in Salzkotten. Adolf wurde in das KZ nach Auschwitz gebracht, wo er im Mai 1944 starb. Julie wurde in das KZ Theresienstadt deportiert, wo sie im Dezember 1942 starb. Für die Eheleute Humberg liegen in Salzkotten Stolpersteine an der Marktstraße 23.

Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen dieser schrecklichen Geschehnisse während und vor dem Zweiten Weltkrieg. Darum bin ich sehr dankbar, dass ich die Familien um Helga und Nanette kennenlernen konnte und in Salzkotten begrüßen durfte und bewundere gleichzeitig ihre Stärke, an diesen Ort, der auch großes Leid über die Familie gebracht hat, zurückzukehren.

Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Café Hölter haben sich Helga Lee und Nanette Woodings als Nachfahren der jüdischen Gemeinde aus Salzkotten in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Bereits 1992 besuchte eine Gruppe von jüdischen Personen und Familien, die in der Zeit von 1930 bis 1942 Salzkotten verlassen mussten, Salzkotten. Die ehemaligen Bürger wurden von der Stadt Salzkotten und dem Verein für Judentum in Salzkotten eingeladen. Damals konnten keine Kontaktdaten der Familie Meyer ermittelt werden, sodass sie leider nicht zu dem Treffen anreisen konnten. Umso mehr freut es mich, dass sich Helga Lee und Nanette Woodings mit ihren Familien auf den Weg nach Salzkotten gemacht haben.


Im September 1992 konnte mein Vorgänger Konrad Rump, dem der Kontakt zu den Familien aus Salzkotten sehr wichtig war, zehn ehemalige jüdische Bürger Salzkottens in Begleitung ihrer Angehörigen begrüßen.

Ein Gast schrieb nach seinem Besuch in Salzkotten:
Auf der einen Seite war es schön, so viele alte Freunde nach so langer Zeit wieder zu treffen, auf der anderen Seite war die Woche traurig, weil ich mich an die ganzen Ereignisse der 30er Jahre wieder erinnerte. Die Tatsache, dass die Stadt eine Gedenkstätte am Platz der ehemaligen Synagoge errichtet hat und dass sie für den jüdischen Friedhof Sorge trägt, aber auch die Arbeit des Vereins Judentum in Salzkotten, der sich mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung beschäftigt hat, gibt mir Hoffnung, dass die Fehler der Vergangenheit nie mehr wiederkehren werden.
Die Erinnerungen an die unfassbaren Verbrechen des NS-Regimes und an die Opfer einer brutalen Vernichtungspolitik müssen wachgehalten werden, dies ist unsere historische Verantwortung. Wir gedenken jedes Jahr im November am Isaak-Auerbach Platz der Ereignisse der Reichspogromnacht. An der Gedenkstätte in der Vielser Straße stand früher die Synagoge, die am 10. November 1938 zerstört wurde.

Jedes Jahr begleitet eine Schulklasse die Gedenkfeier, sodass wir die Erinnerung an die nächsten Generationen weitergeben können. Diese Aufarbeitung und das Erinnern mit jungen Menschen ist unsere gesellschaftliche Aufgabe. Wir können uns aber nur auf die Geschichten und Fakten berufen. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Helga Lee und Nanette Woodings persönlich zwei Nachfahren unserer jüdischen Bürger kennenlernen durfte und so selbst ein Stück der Geschichte erleben konnte. Ich habe gemeinsam mit den Familien einen sehr emotionalen Nachmittag verlebt.

 










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